Dienstag, 4. Oktober 2011

Aperitif - Laden Sie ruhig mal Freunde ein


Apéro - Aperitivo - Aperitif





Als Aperitif wurde ursprünglich ein "alkoholisches Getränk" bezeichnet, das "den Appetit anregen" sollte. In Italien und Frankreich ist es ein fester Bestandteil vor dem Essen. Werden Sie in Frankreich zum Aperitif eingeladen, heisst das allerdings noch nicht automatisch, dass sie auch zum Essen danach eingeladen sind. Man trifft sich, knabbert ein paar Kleinigkeiten (meist nur Oliven und Nüsse) und trinkt typischerweise im Süden einen Pastis dazu.





"Im März 1915 wurden Herstellung, Vertrieb und Konsum des Thujon-haltigen Kräuterlikörs Absinth sowie ähnlichen Spirituosen, beispielsweise den Anislikören, verboten. In der Provence stellten Bauern heimlich als Ersatz für den verbotenen Absinth einen „Pastiche“ (deutsch: Nachahmung) her. Erst 1922 wurde in Frankreich ein Gesetz erlassen, das anerkannte, dass Anisliköre im Unterschied zu Absinth bis auf den Alkohol unschädlich sind und damit wieder erlaubt waren. Pastis 51 erhielt seinen Namen von seinem ersten Herstellungsjahr, denn er wird seit 1951 von der Firma Etablissement Pernod vertrieben. 1975 schloss sich Pernod mit dem Unternehmen Ricard zum Spirituosenkonzern Pernod Ricard zusammen." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pastis_51)

Und auch hier kann man regionale Unterschiede feststellen. In der Gegend um Aix-en-Provence sieht man, neben vielen kleinen Hausbrennereien, am häufigsten den "51". Weiter Richtung Marseille trifft man eher auf Pernod, während es im Norden eher der Ricard sein wird. Dann gibt es natürlich noch weitere "Pastis-Spielarten" - so zum Beispiel den Pastis Bleu, der schon alleine mit seiner curaçaoblauen Farbe auf sich aufmerksam macht.

Und dann sollte man in dieser Liste auf keinen Fall den König des Pastis unerwähnt lassen! Henry Bardouin, simply the best, wenn man keine kleinen Hausbrennereien kennt. Mehrfach ausgezeichnet und wirklich ein sehr feiner Begleiter zum Aperitif.
http://www.distilleries-provence.com/index.php




Was tun, wenn einem Pastis nicht schmeckt? Kein Problem, schließlich kommt aus Frankreich ja noch der Kir, bzw. Kir Royal. Den Original Kir bekommt man im Burgund, wo der Weißwein (Aligoté) mit dem wunderbaren Créme de Cassis eine göttliche Verbindung eingeht. Natürlich können Sie auch andere Weißweine für einen Kir verwenden. Ich persönlich achte aber gerne auf die regionalen Spezialitäten und hole mir somit immer ein Stück Urlaub nach Hause, wenn ich mir hier einen Kir mische. Der Kir Royal sollte mit einem Crémant gemischt werden. Das ist dann die spritzige Variante zum Weißwein-Kir. Sollten Sie also einen Ausflug ins wunderschöne Burgund planen und im Auto genügend Platz für Mitbringsel haben, dann sollten Sie auf Ihre Einkaufsliste folgendes schreiben:

  • Aligoté
  • einen Premier Cru Weißwein
  • einen Pinot Noir aus einer guten Lage
  • Créme de Cassis

Tipps welche Weine hier meinen Gefallen sehr gefunden haben, schreibe ich in einem anderen Bericht, damit ich wieder zum Thema Aperitif zurückkehren kann, ohne mich jetzt zu verzetteln.

Was serviere ich meinen Freunden zum Aperitif? Meistens sind es wirklich auch nur Kleinigkeiten, da es sich ja um das gesellige Zusammensein handelt, bevor dann das Essen auf den Tisch kommt. Ich lade daher gerne bereits gegen 17 Uhr zum Apéro, damit alle (einschließlich mir, der Köchin), genügend Zeit haben zu plaudern und zu genießen.

Immer dabei ist eine französische Salami, Terrinen, Baguette, Oliven, Cornichons, Käse und gerne auch Nüsse oder Chips. Das ist immer super schnell vorbereitet und vollkommen ausreichend, um nicht vor Hunger zu sterben, bis das Essen kommt. Ich liebe diese Tradition, mit Freunden gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Und natürlich kann man auch ganz wunderbar zu zweit einen schönen Apero genießen. Ich denke dabei gerne an einen ganz speziellen Apéro am Abend bei Kerzenschein - ganz romantisch im CHÂTEAU et CHOCOLAT - oder auch mit unseren damaligen Nachbarn in Mimberg. Was haben wir da vor den gemeinsamen Abendessen und BBQ-Abenden eine schöne Zeit beim Aperitif verbracht. Hervé, Cécile und Steve - merci beaucoup!






Einfache Rezepte, für einen schönen Aperitif:
• Ziegenfrischkäse (Picandou) mit Herbes de Provence und Lavendelsirup

Super einfach und super lecker! Damit überraschen Sie ihre Gäste. Der Lavendelsirup gibt dem ganzen den verführerischen "Pfiff".

Und selbst große Skeptiker (Ce n'est pas vrai, Hervé? *grins*) konnte ich hier vom Einsatz des Sirups überzeugen.

Ein Stück frisches Baguette dazu - fertig :-)









• Ziegenkäse aus dem Ofen mit Kastanienhonig, Whisky und karamellisierten Walnüssen

Dazu habe ich einen Salat mit Physalis und einem Dressing aus Walnussöl und Granatapfelessig gemacht.

Und so habe ich den Ziegenkäse gemacht:
Eine kleine Gratinform mit Öl eingepinselt, den Ziegenkäse darauf gesetzt. Den Ofen vorgeheizt auf 180° (Umluft).
Für ca. 8 Minuten in den Ofen.

Kastanienhonig (nach Bedarf) mit einem Schuss Whisky erwärmt. Zucker in einer Pfanne schmelzen, Walnusskerne darin karamellisieren.

Honig-Whisky-Sauce und Walnusskerne über den Käse geben und genießen!



Für meinen Zeigenkäse hatte ganz herrliche, frisch geerntete elsässer Walnüsse (noch von meinem Elsass-Tripp) und den Schweizer Whisky, den mir Hervé damals geschenkt hatte sowie original französischen Edelkastanienhonig.

Das ist super genial! Dazu serviert hatte ich extra ein Walnussbrot - göttlich.
Hierzu war ein Pinot Gris (Spätlese) der passende Begleiter. MALAT aus dem Kremstal.









Ich freue mich über Eure Rezepte :-) Was macht ihr denn so zum Apéro?
Eure Dorit