Samstag, 22. Oktober 2011

Im Test "Küche & Keller" Weine aus Neuseeland - Teil 1

Kennen Sie Neuseeland? Also ich kenne es leider nur von wunderschönen Reiseberichten im Fernsehen – oder dem Land, in dem „Herr der Ringe“ gedreht wurde. Meine Freunde, die das Land schon bereist haben, sind alle sehr begeistert zurück gekommen. Ich möchte es auch eines Tages bereisen – ähnlich wie Südafrika – steht Neuseeland ganz weit oben auf meiner Liste der Orte, die ich noch bereisen, sehen und erleben will.


Do you know New Zealand? I only know this country from wonderful travel-reports on tv or as the country where “The Lord of the rings” was filmed. My friends who have already traveled the country, all came back very excited. I would like to visit NZ one day - like South Africa - New Zealand is very high on my list of the places I still want to travel to,  see and to experience.

Bisher bin ich in Sachen „Neuseeland“ nur mit Wein in Verbindung gekommen. Und da auch zunächst erst mit den Sauvignon Blancs, da es in Verkostungsrunden der Rebsorte sehr spannend ist, die unterschiedlichen Stile aus der Welt nur einer Rebsorte zu schmecken.
Nun habe ich freundlicherweise ein „Neuseeland Probierpaket Coopers Creek“ zugesandt bekommen und habe zugesagt, weil mich das auch echt freut, die Weine zu verkosten und dazu entsprechende Gerichte auszuprobieren. 
So far,  the term  "New Zealand" was only in connection with wine, and then only  Sauvignon Blanc. In Wine tasting it is very exciting  to be able to taste the different styles from the world  with only one variety of grape. Recently I was kindly sent a "Mixed Case of New Zealand Coopers Creek wine" and it is my pleasure to have promised  to taste the wines and pair them with the relevant food.

Begonnen habe ich mit einem Chardonnay: „Gisborne Chardonnay, unoaked, 2009“
Und natürlich interessiert mich dann zunächst einmal, woher der Wein eigentlich herkommt.
I began with a Chardonnay: "Gisborne Chardonnay, Unoaked, 2009" And then of course I'm interested initially, where the wine comes from actually.

Gisborne (Eastland)
„Möchten Sie einmal als einer der ersten Menschen weltweit morgens von der Sonne wach geküsst werden? Dann sollten Sie in das kleine Städtchen Gisborne fahren, dies ist die erste Stadt der Welt in der die Sonne aufgeht. Vor allem zum Jahreswechsel treffen sich hier viele Menschen. Aber auch außer der aufgehenden Sonne hat Gisborne einiges zu bieten.“
Gisborne (Eastland)
"Would you be once known as one of the first people in the morning the sun kissed awake? Then you should go into the small town of Gisborne, this is the first city in the world where the sun rises. Especially for the New Year meet many people here. But even apart from the rising sun, Gisborne has plenty to offer."

 
Na, allein dieser Satz hat mich bestätigt auch einmal dort an der Küste sitzen zu wollen und mit einem Glas Wein auf den Morgenkuss der Sonne zu warten.
Die  Region heisst bei den Einheimischen Tairawhiti, was soviel bedeutet wie "an der Küste, auf die die Sonne über das Wasser scheint ".
Well, this sentence alone would make me want to sit there on the coast and wait with a glass of wine  and be kissed by the morning sun.


The region „Gisborne“ is called by the locals Tairawhiti, which means "on the coast, on which the sun shines across the water."
Der geschichtlich interessierte Reisende sollte Gisborne auf keinen Fall außer Acht lassen. Am 9. Oktober 1769 betrat Captain Cook am Kaiti Beach zum ersten Mal Neuseeland. Zwei Denkmäler erinnern in Gisborne an diese Landung. Und mit dem Te Pho O Rawiri Marae liegt eines der größten und schönsten Versammlungshäuser der Maoris in dieser Stadt. Überhaupt trifft man in der ganzen Stadt immer wieder auf die Kultur und Traditionen der Maoris.

The travellers intersted in history should  by no means leave leave Gisborne  ignored.
 On 9 October 1769  at Kaiti Beach , Captain Cook first set foot on New Zealand. Two monuments in Gisborne comemorate this landing.
Throughout the city the culture and traditions of the Maoris are hard to ignore,  includingthe
  O Rawiri Marae Te Pho meeting house  one of the largest and most beautiful meeting houses of the Maori people .


Gisborne gehört zu den wichtigsten Weinregionen Neuseelands und ist das größte Anbaugebiet. Neuseeland liegt zwischen dem 35. Und dem 45. Breitengrad – das entspricht der Höhe Malagas, Spaniens und Australiens – oder sagen wir einfach zwischen der Höhe von Marokko und Bordeaux.
Gisborne is one of the most important wine regions in New Zealand and has the largest growing area. New Zealand lies between 35 and 45 Latitude - the equivalent height of Malaga, Spain and Australia - or let's just say between the level of Morocco and Bordeaux.
 
Umgeben von zahlreichen exquisiten, kleinen Winzern hat sich Gisborne zur inoffiziellen Chardonnay Hauptstadt Neuseelands entwickelt. Viele Weingüter verwöhnen die Besucher nicht nur mit fabelhaften Weinen sondern auch mit erstklassigem Essen.
Mit vielen, heißen Sonnenstunden – im Durchschnitt 2186 Sonnenstunden im Jahr, fruchtbaren Lehmböden und einigen der renommiertesten Winzer des Landes, ist Gisborne bekannt geworden für die  Herstellung außergewöhnlicher Chardonnay, Gewürztraminer, Viognier, Pinot Gris, Merlot und Malbec .
Surrounded by numerous exquisite, small growers , Gisborne Chardonnay has become the unofficial Chardonnay  capital of New Zealand. Many wineries spoil the visitor not only with fabulous wines, but also with first class food. With lots of hot sunshine hours - an average of 2186 hours of sunshine a year, fertile clay soils and some of the most prestigious wineries in the country, Gisborne is known for producing outstanding Chardonnay, Gewurztraminer, Viognier, Pinot Gris, Merlot and Malbec.

Zurück zum Chardonnay. Ich war neugierig, wie seine Stilistik wohl ausfallen würde. Im Vergleich zu den Chardonnays aus Frankreich oder Österreich musste es ja sicher auch typische Charakterzüge in diesem Wein geben.
Back to Chardonnay. I was curious about what style this wine had compared to the Chardonnays from France or Austria, there surely had to be typical traits in this wine.

Das erste, was mir auffiel waren die Aromen nach „gelben“ Früchten in der Nase, also eher süß, exotisch als mineralisch. Ein wenig Pfirsich, ein wenig Zitrone. Einbisschen spicy. Die Säurestruktur war dem gegenüber sehr schön präsent und eingebunden, so dass es ein sehr „erfrischendes“ Trinkerlebnis war. Ein durchaus schöner Aperitifwein.

The first thing I noticed was the aroma of "yellow" fruit in the nose, that is rather sweet, exotic than mineral. A little peach and a little lemon. A little spicy.  Nicely intergrated acidity made this wine a very"refreshing" drink experience. A lovely wine as an aperitif.

Ich entschied mich dazu Hühnchen und keinen Fisch zum Wein zuzubereiten. Ich denke, das das die richtige Entscheidung war, da sich beide sehr gut ergänzten. Das Schmorhuhn mit dem Ofengemüse und dem Sellerie-Kartoffelstampf samt Haselnussbutter, passte hervorragend zum Wein. Der Wein gab dem Essen die nötige Frische – das Essen dem Wein, die nötige „Erdung“.

I decided to cook chicken and not fish to acompany this wine. It was the right decision, because both complemented each other very well. The chicken stew with roasted vegetables and mashed potatoes along with  Root celery and hazelnut butter, fit perfectly with the wine. The wine  gave the foodthe necessary freshness - the food the wine, the necessary "grounding".



Die Hühnerschenkel schmorten auf einem Bett aus Zwiebeln, Pastinaken und Karotten. Die Soße bekam einen guten Schuss Sahne ab.
Dazu gab es einen Kartoffel-Sellerie Stampf (mit Trüffelsalz abgeschmeckt) und gebratene Pastinakenscheiben (Öl, Butter, Zitronenthymian und Haselnüsse)

The chicken thighs braised on a bed of stewed onions, parsnips and carrots. The sauce received a good shot of white wine and cream.
Additionly there was a mashed potato-Root celery mix (seasoned with truffle salt) and roast parsnip slices (oil, butter, lemon thyme and hazelnuts)


Rezepte und Zubereitung:
Ofenhuhnteile auf Schmorgemüse

3 Hühnerschenkel, nur mit Salz und etwas Pfeffer eingerieben
1 Zwiebel, in grobe Streifen geschnitten
3 Pastinaken
2 Karotten
150 ml trockener Weißwein (in meinem Fall der Gisborne Chardonnay, unoaked)
Sahne

Ofen auf 200° vorheizen (Ober- Unterhitze), Hühnerschenkel im Bräter zunächst 3-5 Minuten auf der Hautseite anbraten, dann wenden und weitere 3 -5 Minuten auf der gewendeten Seite anbraten. Herausnehmen und im Bräter dann das Schmorgemüse anbraten. Mit Weißwein ablöschen. Hühnerschenkel, dann darauf legen und für ca. 30 Minuten in den Ofen – ohne Deckel. Am Schluss Hühnerteile und Gemüse aus dem Bräter nehmen, die Sauce mit Sahne verfeinern und noch einmal abschmecken.
Recipe and cooking:
Oven-braised chicken parts

3 chicken thighs with salt and pepper rubbed
1 onion, cut into large strips
3 parsnips
2 carrots
150 ml dry white wine (in my case, the Gisborne Chardonnay, Unoaked)
cream

Preheat oven to 200 ° (top and bottom heat),  put the chicken thighs in the pan , fry for 3-5 minutes on the skin side, then turn and cook another 3 -5 minutes on the other side. Remove and then fry the vegetables in the pan. Deglaze with white wine. Add chicken thighs again, then roast,uncovered, for about 30 minutes in the oven -. At the end remove the chicken and vegetables from the roasting dish, refine the sauce with cream and season to taste again.

Sellerie-Kartoffel-Stampf
(reicht für ca. 3 Personen)
Und ich nehme lieber mehr Kartoffeln als Sellerie, da der Knollensellerie sonst so dominant hervorsticht.

Also ich nahm
200 g Knollensellerie
400 g mehlig kochende Kartoffeln
Eine handvoll Haselnüsse, grob gehakt
100 ml Milch
2 EL Butter
Muskat
Trüffelsalz
Pfeffer
3 EL grob gehakte glatte Petersilie

Knollensellerie und Kartoffeln schälen und in gröbere Würfelstücke schneiden. In einem Topf mit leicht gesalzenem Wasser weich kochen.
Die Haselnüsse machte ich mir gleich zu den gebratenen Pastinaken. Also nicht extra hier dazu, aber wenn man das Pastinakengemüse nicht noch separat machen möchte, dann sollte man die Haselnussstücke in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und beiseite stellen.

Gemüse abgießen, Milch erwärmen zum Gemüse geben. Gemüse mit Salz, Pfeffer und Muskat mit dem Kartoffelstamper stampfen.


Root celery and mashed potato
(enough for 3 people)
I prefer to have more potatoes than celery because the celery can be very dominant.

So I used
200 g celery
400 g floury potatoes
A handful of hazelnuts, coarsely chopped
100 ml milk
2 tablespoons butter
nutmeg
truffle salt
pepper
3 tablespoons coarsely chopped flat-leaf parsley


Peel the celery and potatoes and cut into cubes . In a saucepan of lightly salted water cook until soft.
I added the hazelnuts to the roasted parsnips. however if you do not  want to do this then cook the parsnips and vegetables separately, then you should roast the hazelnut pieces in a nonstick frying pan without oil until golden brown and set aside.
Drain the vegetables, heat milk tand add to the vegetables.  Mash the egetables with salt, pepper and nutmeg mash with a potato masher.

Gebratene Pastinakenscheiben
Pro Person als Beilage 4 Scheiben gerechnet, da ich das ja zusätzlich machte, um den geschmorten Pastinaken und dem Sellerie-Kartoffel-Stampf noch etwas „knackiges“ entgegenzusetzen.

Pastinaken, davon vom größeren Teil die ca. 1,5 cm breiten Scheiben abgeschnitten
1 EL Butter
Etwas Öl
Salz
Pfeffer
Frischen Zitronenthymian
Handvoll Haselnüsse, grob gehackt

Pastinaken schälen und in ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen, Pastinaken, Thymian und Haselnüsse darin goldbraun braten.
Die Haselnuss-Thymianbutter kam beim Anrichten auf den Sellerie-Kartoffel-Stampf.


Roasted parsnip slices
As a side dish, I calculated 4 slices per person  in addition to the braised celery, parsnips and mashed-potato- to have an opposing „crunchyness“.



Parsnips, cut 1.5 cm wide slices from the greater part of the Parsnip
1 tablespoon butter
some oil
salt

pepper
Fresh lemon thyme
Handful of hazelnuts, coarsely chopped

Parsnips, peeled and cut into approximately 1.5 cm thick slices. Heat oil and butter in a pan, roast parsnips, thyme and hazelnuts  until they are golden brown.
The hazelnut-thyme butter  to be served over the mashed-potato-Celery.

Wunderbar zum klassischen Chardonnay aus NZ.
Der Chardonnay ist übrigens ein toller Wein, um ihn bereits als Aperitif einzuschenken. Angenehme Länge, schönes Frucht-Säure-Spiel, er wirkt erfrischend und ist ein guter "vorneweg" Wein. Zu diesem Gericht wurde der Wein vielschichtiger, weil das Haselnussaroma und das Wurzelgemüse sich wunderbar mit de Weinaromen ergänzten.


 A Wonderful dish for a classic Chardonnay from NZ.
The Chardonnay is actually a great wine to pour  as an aperitif. A pleasant length, nice fruit-acid-combination, is refreshing and is a great starter for this type of dish.
 The wine was complex because the hazelnut flavor and root vegetables are wonderfully complemented with the wine aromas.



Und hier noch ein paar interessante Links zu Neuseeland:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gisborne

http://www.gisbornewine.co.nz/


Viel Spaß beim Nachkochen und vorallem beim Entdecken der Neuseeländischen Weine - mir macht es viel Spaß und vielleicht kann ich ja den einen oder anderen mit meiner Neugierde auf Neues anstecken :-)