Dienstag, 25. Oktober 2011

Im Test "Küche & Keller" Weine aus Neuseeland - Teil 2

Im ersten Teil habe ich mich ja dem "unoaked Chardonnay" ausgiebig gewidmet. Gestern öffnete ich den Sauvignon Blanc. Genauer gesagt den Coopers Creek Marlborough Sauvignon Blanc, 2009.
http://www.cooperscreek.co.nz/

Marlborough liegt auf der Südinsel Neuseelands. Man kann das Gebiet in vier unterschiedlich geografische Zonen aufteilen, da wären einmal im Norden an der Küste die tief eingeschnittenen, fjordähnlichen Landschaften der Marlborough Sounds. Auch wenn diese als fjordähnlich beschrieben sind, sind sie nicht durch Gletscher entstanden. Erdbewegungen, die den Boden langsam absinken ließen, formten diese Einschnitte, die sich dann mit Wasser füllten.

Die Maori haben für diese Landschaft eine wesentlich bildhaftere Beschreibung zu deren Entstehungsgeschichte. In der Maori-Mythologie soll der sagenumwobene "Kupe" dereinst gegen einen Riesenoktopus gekämpft haben. Er soll seine Hand in Richtung Südinsel gestreckt haben, damit ihn diese unterstütze. Dabei hinterließen seine Finger die tiefen Furchen an der Küste, die sich mit Wasser füllten und so heute die Meerarme bilden. Für Reisende ist diese Region sehr faszinieren. Mit seinem Labyrinth aus verborgenen Buchten und ruhigen Stränden, gesäumt von Wäldern, bietet der Marlborough Sound unverdorbene Natur, die sich am besten vom Wasser aus erkunden lässt.

Im Süden und Westen ist die Insel sehr gebirgig. Die Kaikoura Ranges sind ein Gebirgszug im Nordosten der Südinsel Neuseelands mit zwei parallel verlaufenden Hauptkämmen. Diese können als nördlichste Verlängerung der Südlichen Alpen angesehen werden. Dazwischen liegt das Tal des Wairau Rivers. Dieser ist mit seinen 169 km Länge der neuntlängste Fluss auf der Südinsel Neuseelands.


Das Tal weitet sich an seinem östlichen Ende zu weiten Ebenen aus - dieses Gebiet ist das Zentrum des neuseeländischen Weinbaus. Die größte Stadt in der Weirau-Ebene ist Blenheim an der Ostküste, bekannt als Zentrum des Weinanbaus in der Region Marlborough. Günstige klimatische Bedingungen wie die warmen Sommer und kalten Winter, die lange Sonnenscheindauer und die guten Böden ließen hier das bedeutendste Weinanbaugebiet Neuseelands entstehen. Ungefähr 30 Weingüter in der Umgebung Blenheims erzeugen eine Vielzahl von Weinen. Besonders hervorzuheben sind aus dieser Gegend der Chardonnay und der Sauvignon Blanc.

Meine bisherigen Erfahrungen mit neuseeländischen Sauvignon Blancs waren bisher alle sehr gut. Am eindrücklichsten bisher waren mir noch die Sauvignon Blancs von Villa Maria Private Bin in Erinnerung geblieben. (http://www.villamaria.co.nz/)

Private Bin Marlborough Sauvignon Blanc: Lebendiger Sauvignon Blanc mit Bukett nach reifen Stachelbeeren, Passionsfrucht, frischen Zitrusfrüchten und mineralische Noten. Am Gaumen erwies sich der Wein sehr spannend und vielschichtig. Saftigen Aromen, voller Intensität und Fülle, mit einer erfrischenden klaren, sauberen und rassigen Säure. Es war jedesmal ein Genuss, diesen Wein im Glas zu haben.

Die Sancerre Weine der Loire kenne ich eher "grüner", stählener in der Ausprägung, als die doch eher exotischeren Neuseeland Sauvignon Blancs. Oft sind die großen Sancerres der Loire extrem knackig und saftig. Mit charakteristischen Aromen von Minze, Cassis und Feuerstein. Sie sind frisch und mit Anklängen von Zitrusfrüchten und Stachelbeeren. Meistens intensiv im Geschmack und mit einem schönen langen und ausgewogenen Finish.

Also war ich nun sehr gespannt auf den Coopers Creek Sauvignon Blanc (Classic). Den Chardonnay unoaked hatte ich ja schon probiert (und der Wein hat mir sehr gut geschmeckt) und so freute ich mich schon auf diese zweite Flasche. Im Allgemeinen kann man zu Sauvignon Blanc ja sehr gut Ziegenkäse essen. Oder auch Meeresfrüchte und Fisch. Daher gingen meine Rezept-Überlegungen auch in diese Richtung.



Ich verkostete den Coopers Creek Marlborough Sauvignon Blanc zu folgender Vorspeise: Ziegenkäse, Feigen-Aprikosen-Sauce mit Walnüssen und machte zum Hauptgang ein Lachssteak in einer Sauvignon Blanc-Sahne-Sauce, dazu gab es karamellisiertes Karottengemüse mit Ingwer und Zitronengras und eine Basmati-Wildreismischung.

Zur Vorspeise fügte sich der Coopers Creek Sauvignon Blanc hervorragend ein. Meine Beschreibung des Weins in kurzen Worten: "Mmmhhh sehr fein. Stachelbeeren, etwas gelber Paprika, etwas exotische Früchte, Passionsfrucht ... Sehr angenehmes Bukett, sehr ausgewogen. Schöne Länge. So mag ich einen Sauvignon, den man auch mal solo genießen kann." 

Wie würde er sich zu meinem Hauptgang machen? Sehr gut! Das mit Ingwer und Zitronengras gewürzte Karottengemüse passte sehr gut mit seiner süßlichen, asiatischen Note zum Wein. Ebenso der Lachs, der ja mit einer Sauce, bestehend aus dem Wein, Szechuanpfeffer, wildem getrockneten Fenchel, Flor de Sal und einem Schuss Sahne, verwöhnt wurde. Alles in allem empfand ich den Wein als sehr passenden Begleiter zu meinen Gerichten. (http://www.cooperscreek.co.nz/)




Und hier die Zutatenliste für 2 Personen:

Karottengemüse

1 große Karotte, in Scheiben geschnitten
1 Schalotte, fein gewürfelt
1 Prise Zucker
4-5 Ingwerscheiben
1 EL Butter,
Zitronengras gemahlen
Schuss Sauvignon Blanc und etwas Wasser zum Schmoren des Gemüses

Zunächst die Schalotte, Karotten- und Ingwerscheiben in Butter anbraten, dann mit etwas Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen, danach mit Sauvignon Blanc ablöschen, etwas einreduzieren lassen, zum fertig garen noch etwas Wasser dazu geben.

Basmati-Wildreismischung
1 Tasse Reis auf 2 Tassen Wasser
Wasser mit etwas Salz zum Kochen bringen, dann Reis dazugeben und bei mittlerer Hitze solange kochen, bis das Wasser verkocht ist. (Normalerweise ist dann auch der Reis gar).
Reis mit Flor de Sal mit Hibiskus abschmecken.



Lachssteak in Sauvignon Blanc-Sahne Sauce
2 Lachssteaks
1 Zitrone
2 Schalotten, klein gewürfelt
2 Stengel getrockneten wilden Fenchel
10 Szechuanpfefferkörner 
Meersalz
100 ml Wein
100 ml Sahne
Frühlingszwiebel, in feine Ringe schneiden
etwas glatte Petersilie, gehackt
Sesamöl zum Anbraten


Lachssteaks mit Zitrone und Meersalz einreiben, dann in einer Pfanne auf beiden Seiten ca. 4-5 Minuten anbraten, nach dem ersten Wenden die Schalotten und den Szechuanpfeffer dazu geben.
Die Lachssteaks aus der Pfanne und warm halten. Die Schalotten mit Wein ablöschen, die Fenchel-Stängel dazu geben und kurz einkochen lassen, dann die Sahne dazu, einkochen, mit Meersalz abschmecken, die Steaks noch ein paar Minuten in der Sauce ziehen lassen, Frühlingszwiebel und Petersilie unterheben und alles anrichten.

Ich habe die Szechuankörner vorher wieder aus der Sauce entfernt, das es ein sehr intensives Geschmackserlebnis ist, diese zu kauen. Dafür habe ich ein paar Rosa Pfefferkörner zum Dekorieren verwendet, die man sehr gut dazu essen konnte.