Montag, 14. November 2011

Das Weinprojekt "Come togehter" - The wine project "Come togehter"


Diese Jahr konnte ich einen Forum Vini Besuch einplanen und am Sonntag, 13.11., am letzten Messetag nach München fahren, um mir das Ganze einmal anzuschauen. In Halle 3 war am Nachmittag bereits angenehmere Ruhe eingekehrt, so dass man Zeit und Muse fand, sich alles in Ruhe anzusehen und bei interessanten Dingen länger stehen zu bleiben und in Ruhe zu verkosten.
Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch Peer (Peer F. Holm, Wein & Wissen) am Stand Portugal Weine treffen und, wie ich es schon oft festgestellt habe, die Menschen, die sich mit "unverstelltem" Foto zeigen und sich dort auch so präsentieren, dass sie einem sympathisch sind, die sind es in der Regel auch im real live! Peer gehört definitiv zu denen, die mir auch auf anhieb sympathisch waren.
Kurz erwähnt sei hier noch ein Wein, den ich u.a. dort verkostet habe, der mir aber auch heute noch im Kopf mit seinem Bukett präsent ist, weil ich das Veilchenaroma in so einer Intensität noch bei keinem Wein vorher empfunden hatte.
Quinta da Pacheca, D.O.C. Duoro Reserva 2007, die typischen Portwein Trauben kommen auch in diesem Wein zum Einsatz: Tinta Barroca, Tinta Roiz, Touriga Nacional. Reifte in Barriques aus französischer Eiche.
Alc. 14% Vol. Im Kontrast zu seiner blumigen Nase, hat dieser Wein eine sehr präsente Säure, wirkt etwas rauh, nicht feingliedrig, mit Ecken und Kanten. Der Wein liegt mit einer sehr dunklen Farbe im Glas. Das ist kein Wein, der dem Mainstream entspricht und gerade das macht ihn für mich interessant. Kein gefälliger allround Weichspüler, sondern eigenständig, charaktervoll.
Beziehen können Sie den Wein hier: FeinesVerpackt


Hängen geblieben bin ich auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern in Sachen "Wein & Schokoalde" auch beim Stand des Österreich Wein Marketing. Neben den französischen Weinen hängt mein Herz ja an den Weinen aus Österreich. Zum einen liegt das wohl an der Akademie in Krems und den netten Kontakten, die ich dort knüpfen konnte. Ganz herzliche Grüße an die Familie Malat an dieser Stelle! Im Frühjahr werde ich via CHÂTEAU et CHOCOLAT ein Bestellaktion per Newsletter starten, wer also Interesse an den Weinen des Weingutes hat, der sollte sich schnell noch zu meinem Newsletter anmelden. (Newsletter-Anmeldung)
Verkostet habe ich hier am Stand drei Süßweine aus Gumboldskirchen. Und was man echt sagen muss ist, dass es die Österreicher verstehen, ein so ausgewogenes Verhältnis zwischen Frucht, Restsüße und Säure hinzubekommen, das es eine wahre Freude ist.
Meine verkosteten "Süßen" vom Weingut Kamper waren:
1. Rotgipfler Beerenauslese 2005
2. Zierfandler Ausbruch 2005
3. Spätrot-Rotgipfler Trockenbeerenauslese 2006
Diese drei eignen sich ganz wunderbar zu Schokolade, Desserts, Foie Gras und Käse.

Und dann fiel mir zuletzt der Stand der Familie Gehrig auf. Hier verkostete ich ebenfalls einige sehr interessante und wohlschmeckende Weine.
1. 2010 Merlot Blanc de Noir, trocken (Berliner Weintrophy Goldmedaille für den Jahrgang 2009)
Für mich der etwas andere "Apéro" Wein.
2. 2011 Sauvignon Blanc - Le Sauvage - trocken
Herrlich erfrischend, volles Stachelbeeraroma, wunderbar!
3. 2009 Merlot, trocken, im Eichenholz gereift (AWC Vienna Goldmedaille)
Reife rote Früchte, leichte Würze, Holznoten wunderbar eingebunden. Ein eindeutiges "I like" von mir
4. 2007 Ducat, Barrique trocken (Cabernet Sauvignon & Dunkelfelder)
Über den Dunkelfelder werde ich mich noch separat schlauer machen. An sich, ich habe ihn auch rebsortenrein als liebliche Variante probiert, ist es ein perfekter Cuvée Partner. Er gibt eine kräftige Farbe und angenehme unterstützende Fruchtaromen (Cassis). Der Ducat war immer noch etwas "jung" zeigte noch leichte "grüne" Noten (Cassisblätter), aber durchaus schon sein Potential. Noten von schwarzen Kirschen und Cassis waren schon vernehmbar, ebenso ein würziges Finish mit einem langen Abgang.
5. 2007 Marcel G. Pinot Noir Reserve, Barrique, trocken
I love Pinot Noir! Und dieser war ein extrem elegantes Beispiel. Im Burgunderstil, elegant, unaufdringlich. weich und rund, alles in Balance und keine Alkoholbombe sondern mit 13,5%vol. ein Wein, der Genuss bereitet. Die Farbe im Glas hat mich allerdings leicht irritiert, da er bereits In die rostrote Richtung mit ziegelroten Reflexen ging, was normalerweise ja auf einen bereits sehr gereiften Wein schließen lassen würde.
Er entwickelt sein volles Potential mit ausreichend Luft und ist ganz sicher ein Wein, der in einigen Jahren noch mehr Vergnügen bereiten wird.


Und nun zum "ungewöhnlichsten" Wein, dem "Come togehter". Ein Winzerprojekt, bestehend aus drei Winzern aus drei unterschiedlichen Weinbauregionen (Pfalz, Rheingau, Rheinhessen), die aus drei Rotwein Rebsorten (großes Geheimnis) einen limitiert erhältlichen Wein keltern, der in der letzten Auflage gerade einmal 753 Flaschen hatte. Außerdem wird der "Come together" auch nicht jedes Jahr auf die Flschen gezogen. Er soll das Beste aus der Weinbergsarbeit darstellen und ähnlich wie Champagner in seiner Stilistik und seinem Geschmack stetig und unverkennbar bleiben.
Für mich eine echte Überraschung am Gaumen. Würzig frische, fast minzig zu bezeichnendes Bukett. Frucht erkennbar, gaumenfüllend, langer Abgang. Spannend. Ein Wein für die besonderen Momente. Ein Wein, den man mit seinen besten Freunden nur teilt. Ein Wein, den man nicht vergisst. Eine tolle Idee!

Und nicht vergessen das "DANKESCHÖN" an Steve (Coopers Creek), der mir die Eintrittskarte zurückgelegt hat.