Dienstag, 22. Mai 2012

Von Frizzante bis Cartizze - es muss prickeln im Sommer


© www.valdobbiadene.com
Prosecco - mehr als nur "secco"

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„Vinum Pucinum“ war bereits im Altertum sehr geschätzt, aber das war kein Vergleich zu dem Siegeszug, den das Getränk in den 80er Jahren antrat. Prosecco hatte Kultstatus. Man bekam ihn überall - vom Szenelokal bis zur Disco - und man dachte an ein Markenprodukt, wenn man einen Prosecco bestellte. Gerne verglich man ihn auch mit Champagner, wenn auch doch so viel preiswerter. Auf diesem Niveau blieb er aber leider nicht, immer mehr Produzenten, fern ab der eigentlichen Prosecco Heimat Venetien, machten sich daran, billige Massenware auf den Markt zu schwemmen.

Im Unterschied zu französischem Champagner oder Winzersekten, wird der italienische Prosecco „Spumante“ oftmals nicht in der aufwendigen Flaschengärung, sondern in der „Metodo Martinotti“, der Tankgärung hergestellt. Der „Frizzante“ ist ein Perlwein mit sehr geringem Kohlensäureanteil. Bei seiner Herstellung wird dem Stillwein unter Druck im gekühlten Edelstahltank Kohlensäure zugeführt (Imprägnierverfahren).

Glera
Heute wird die Rebsorte „Glera“  und nicht mehr „Prosecco“ genannt. Da man sich in der Heimat des Prosecco vor der ausufernden Vermarktung unter dem Namen „Prosecco“ schützen wollte, strebte man die geschützen Herkunftsbezeichnungen Prosecco DOC bzw. DOCG an. Seit man der Region, im Januar 2012, die Herkunftsbezeichnung „Prosecco“ verliehen hat, dürfen sich nur noch Frizzante oder Spumante aus diesen festgelegten Anbaugebieten als Prosecco bezeichnen. Die Gemeinden Valdobbiadene und Conegliano besaßen bereits vorab DOC Status und können seit 2010 mit der DOCG Bezeichnung auf den Markt. Insgesamt stammt DOC Prosecco aus neun Provinzen in zwei Regionen: Veneto und Friaul-Julisch Venetien mit mehr als 318 Anbaugebieten. DOCG Status bekamen hingegen nur 44 Anbaugebiete verliehen. Daneben existieren noch Stillweine, Frizzante und Spumante, die aus der Rebsorte allerdings aus anderen Teilen Italiens stammen, die den IGT Status in Ihrem Etikett führen.
Villa Sandi - Cartizze

Eine sehr seltene Art des Prosecco wird nur in den Gemeinden Fol und Saccol gekeltert, der „Cartizze“. Dieser stellt eine sehr hohe Qualitätstufe des Prosecco dar und ist außerhalb Italiens - auf Grund seiner geringen Produktionsmenge - selten erhältlich.

Villa Sandi ist ein Vorzeige-Betrieb, was qualitativ hochwertigen Prosecco betrifft. Ihr Stammhaus in Venetien, die Tenuta di Villa Sandi, ist sehenswert. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert (erbaut 1622) und ist dem, im 16. Jahrhundert, so beliebten Palladio Baustil nachempfunden. Villa Sandi und die Inhaberfamilie Moretti Polegato sind fest verwurzelt mit der Region Valdobbiadene und mit dem „Prosecco di Valdobbiadene“ wurde einst der gute Ruf dieser Kellerei begründet.
Die vergangenen 15 Jahre bei Villa Sandi sind jedoch geprägt von dem Ehrgeiz und dem Willen neben den Prosecchi auch andere Weine zur Spitze in der Region zu führen. Über 60 Hektar neue Weinberge wurden in der Tenuta di Villa Sandi gepflanzt und als einzigartiges Projekt gemeinsam mit der Universität von Conegliano ins Leben gerufen. Der Erfolg gab ihnen recht, die beiden Spitzenweine “Corpore“ und “Avitus“ erhielten auf Anhieb hohe Auszeichnungen.

VILLA SANDI
Bezugsquelle:
www.chateau-et-chocolat.com

Rezepte: "Rosmarin-Zitronen-Sorbet mit Prosecco" von Wolkenfees Küchenwerkstatt

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