Samstag, 22. März 2014

Aromenspiele aus Indien: Jardaloo Ma Murgh - Huhn mit Aprikosen


Wunderbar geschmeckt! So sah mein Abendessen aus: Huhn mit Aprikosen

Zugegebenermaßen bin ich fasziniert von der Indischen Küche. So viele Regionen, so viele unterschiedliche Rezepte, so unglaublich viele Aromen und Gewürze!
Frauen in Rajasthan / Quelle: Wikipedia

Der Westen Indiens birgt viele UNESCO-Weltkulturerbestätten

Grandiose Tempelanlagen prägen die Region. Prächtigen hinduistische und islamische Heiligtümer wie den Höhlentempeln von Ellora und Ajanta sowie die Grabmäler und Moscheen von Bijapur.
Ein weiteres Highlight auf Reisen ist die Tempelruinenstadt Hampi.

Begebt euch mit mir also in den Westen des Subkontinents. Reisende erwartet hier Überfluss und Askese - Mumbai (ehemals Bombay) ist eine pulsierende Metropole und Wirtschaftszentrum. Indien's Traumfabrik "Bollywood" ist vielen mittlerweilen auch hier in Europa ein Begriff.
Indien ist ein Land der Widersprüche. Weltoffen und modern auf der einen Seite und archaisch und weltfremd auf der anderen. Im nordwestlichsten Teil, in Rajasthan, ist der marode Charm der ehemals mächtigen Maharadschas noch allgegenwärtig. Kaum eine Region konnte über all die Jahrhunderte seinen kulturellen Wurzeln und mythologischen Ursprüngen so verbunden bleiben. Hier erlebt man immer noch einen faszinierenden Kontrast von prunkvollen Palästen, kargen Wüsten sowie eine beeindruckende Schönheit von Land und Menschen.

Nicht nur Linsen, Lamm oder Fisch - die Indische Küche wartet mit einer Fülle von äußerst aromatischen Gerichten auf. Viele davon sind vegetarisch und eine echte Bereicherung für den eigenen Speiseplan, will man sich ab und zu gesund und fleischlos ernähren.

Einige der Zutaten für das Jardaloo Ma Murgh

Jardaloo Ma Murgh eine Parsenspezialität

Das Gericht ist nicht vegetarisch sondern mit Huhn, getrockneten Aprikosen und einer Vielzahl an Gewürzen zubereitet. Übrigens: Zimt, bei uns hauptsächlich aus der Weihnachtsbäckerei bekannt, ist gerade in der Indischen Küche ein oft verwendetes Gewürz, gerade in Verbindung mit Fleisch.

Meine Rezeptquelle aus der die Idee zum Nachkochen entstand war das Buch: Indien - Küche & Kultur aus dem GU-Verlag.

Die benötigten Zutaten laut Rezept für 4 Personen, die selbstverständlich variieren können:

2 Hühnchenschenkel und 2 Hühnchenbrüste
4 Schalotten oder 2 große Zwiebeln
1 ca. 3 cm Stück frischen Ingwer
2 Knoblauchzehen
3 Tomaten (ich habe hier eine Dose stückiger Tomaten verwendet und mir das Häuten erspart)
3 EL Ghee (oder Butterschmalz)
3 Stücke Zimtrinde (= Zimtstangen)
8 Gewürznelken
3 braune Kardamomkapseln (ich hatte aber nur grüne)
3-4 getrocknete Chilischoten (bei mir kam türkischer Pul Biber zum Einsatz und eine Schote frischer roter Chili)
1/4 TL Kurkuma, gemahlen
1 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen (davon nehme ich immer etwas weniger als angegeben)
Salz, weißer Pfeffer
400 ml Hühnerbrühe
200 g getrocknete Aprikosen
2 EL gehacktes, frisches Koriandergrün

Und so habe ich es gemacht:

 Zwiebeln und Knoblauch schälen und klein würfeln. Ingwer schälen und fein hacken. Die Tomatendose öffen (*grins*) anstatt die Tomaten mit heißem Wasser zu überbrühen, zu häuten und klein zu würfeln (das schmeckt sowieso viel besser mit den sonnengereiften Sommertomaten).

Hühnchenschlegel im Gelenk durchschneiden. Im Kochbuch steht, man solle die Haut abziehen - auch das hab ich nicht gemacht sondern später mit Haut angebraten.

Butterschmalz in einem Bräter erhitzen und darin die Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Zimtstangen, Nelken, Kardamomkapseln und Pul Biber 1-2 Minuten mit anbraten.
Fleischstücke dazu geben, mit Kurkuma, Kreuzkümmel und weißem Pfeffer bestreuen. 3-4 Minuten unter Rühren leicht anbraten. Tomaten zugeben, salzen und die Brühe angießen. Die getrockneten Aprikosen noch dazu Nun kann das Ganze zugedeckt bei schwacher Hitze 50 Minuten vor sich
hinköcheln. Genügend Zeit, den Basmati-Reis aufzusetzen. Wie immer meine bewährte Methode: Gewünschte Menge Reis in eine Tasse und mit der doppelten Menge Wasser kochen. Öl in Topf für den Reis erhitzen, Reiskörner dazu, kurz rundum angehen lassen. Das Wasser dazu, salzen und warten bis das Wasser in den Reis gesogen und verkocht ist. Fertig.
Wer das Gericht anstatt mit Reis zu warmen Chapatis probieren möchte, ist sicherlich auch sehr gut beraten.

Und was soll ich euch sagen? Dieser Ausflug in die Indische Küche hat sich für mich richtig gelohnt, denn es war einfach köstlich! In den kommenden Tage wird es dann die berühmte indische Hühnersuppe geben. Mulligatawny - ein tamilisches Gericht, das von den Briten in seiner Schärfe "abgemildert" wurde und so den Siegeszug nach Europa antreten konnte.
Wer einen guten Schluck Wein zur Indischen Küche genießen will, der greift in so einem Fall am besten zu einem Riesling. Seine Aromen können am besten mit denen der indischen Küche mithalten, sie unterstützen, Kontraste setzen und harmonisieren. Meine Wahl fiel auf den Riesling vom Weingut Riffel. Ich hatte noch einen ganz besonderen Schatz in meinem Keller aufbewahrt: Riesling >>R<< Turm. Das Weingut sagt: "Dieser Wein zählt zu den ausdrucksstärksten und mitreißendsten an Eleganz und Originalität. - ein Schatz an Mineralien und unglaublich wild und begeisternd. Anspruchsvolle Textur von 16 Monaten Hefelager im Barrique."



Meine ganz besondere Weinempfehlung

Also! Der Wein zeigt sich gerade überhaupt nicht verschossen. Auch empfinde ich ihn nicht zu jung - gut, Potential hat der Bursche ganz, ganz sicher noch länger. Er hat seit einer guten Stunde "Luft" und - ich schulde diesen Aromeneindruck gerade den ganzen Gewürzen, die ich für mein Indisches Gericht verwendet habe - aber der Wein offenbart tatsächlich gerade etwas von Curry-Noten. Dahinter Ananas ... etwas "Holz" ... also keinerlei primäre Riesling Aromen. Im Gaumen nicht so straff wie ein Riesling, dennoch eine angenehme Säure - kein weicher Montrachet draus geworden *lach* (Späßle g'macht!) - ich denke, er wird super gut zu dem scharf-fruchtigen indischen Gericht passen.

FAZIT: Er passte exzellent zum Gericht!





Noch ein paar Empfehlungen aus meinem Online Magazin vom Sommer 2013




 

Wer sich mit der indischen Küche näher befassen möchte, findet hier ein paar gute Kochbücher zum Thema: