Freitag, 1. Januar 2016

SILVESTER MENÜ | Dinner for one

Habt Ihr auch wochenlang vor dem letzten Tag des Jahres an der Planung des Silvestermenüs gearbeitet, damit auch alles perfekt organisiert werden kann? Oder konntet Ihr Euch entspannt zurücklehnen, weil Ihr einer Essenseinladung gefolgt seid?

An Silvester essen die meisten zu Hause ja eher Raclette, Fondue. Das angeblich traditionsreichste Essen der Deutschen besteht angeblich aus Hering mit Kohl, Karotten und Kartoffeln.

Ich habe mich dieses Jahr für ein "Dinner for one" entschieden. Mir war nicht nach Feiern zumute und der lieben Einladung bis an die Mosel zu folgen, wollte ich deswegen auch nicht. Gemütlich, stressfrei und entspannt - das war mein Motto. Und dieser Stimmung sollten sich auch die Zubereitungszeiten meiner Menügänge unterordnen.

Aus Küche und Keller wurde dann folgendes, kleine Silvestermenü daraus:

© Foto: Aromenspiele
Rote Bete-Salat mit Apfel, Walnüssen und Meerrettich

Aus Zeitgründen habe ich auf die bereits vorgekochten, vakuumierten Rote Bete zurückgegriffen.

Dieser vegetarische Rohkostsalat verbindet erdige und fruchtige Aromen mit der Schärfe des frischen Meerrettichs. Dazu kommt durch Apfel und Walnusskerne ein knackiger Moment.

Zutaten
(für 1 sehr hungrige oder 2 normal hungrige Personen)
1 Rote Bete (vakuumiert)
1 Apfel
Meerrettich (gerieben aus dem Glas)

Dressing:3 EL Walnussöl, Zitronensaft einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer, etwas Agavendicksaft.
Alles gut vermengen.

Gehackte Walnusskerne
Babyspinatblätter (essbare Deko auf dem Teller)

Die Rote Bete Knolle in dünne Stifte schneiden. Den Apfel waschen, trocknen, Vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Dann in kleine Stücke schneiden. In einer Schüssel die Rote Bete und die Apfelstücke mischen und mit dem Dressing beträufeln. Bei Bedarf noch etwas nach würzen.
Vor dem Servieren die gehackten Walnusskerne über den Salat streuen.

© Foto: Aromenspiele

Der dazu geöffnete Wein:
Trimbach 2005, Gewürztraminer
Der Wein zeigte noch keine Alterserscheinungen und die blumigen Aromen ergänzten sich zu dem Salat vorzüglich.


© Foto: Aromenspiele
Linsensalat mit Orangendressing und geräuchertem Roastbeef
Zutaten:50 g orange Linsen
50 g braune Linsen
1 TL Speck, in Würfeln
1 Lorbeerblatt
Lauch
Karotte
Knollensellerie

Dressing:
Orangen-Olivenöl, etwas Orangensaft (frisch gepresst) und Gölles Balsamico vermengen.
Salz, Pfeffer

Etwas Lauch (nur vom weißen Teil), Karotte, Knollensellerie, alles ganz klein Würfeln.
Speck und Wurzelgemüse in heißem Öl anbraten, dann mit 100 ml Wasser ablöschen. Lorbeerblatt zugeben. Anschließend zunächst die braunen Linsen und 5 Minuten vor Ende der Garzeit der braunen Linsen die Orangen Linsen zugeben.

Die Linsen sollten im Salat bissfest sein. Dann abgießen und mit dem Dressing vorsichtig vermengen. Ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

© Foto: Aromenspiele

Der dazu geöffnete Wein:
Tavel 2007 Cuvée Royale
Leider hatte der Wein durchaus schon Spuren des Alters in sich. Was ihm fehlte, war die mundfüllende Kraft, die diesen Rosé aus Frankreich sonst so auszeichnet. Aber an sich war er noch trinkbar, da er - aus meiner Sicht, Gott sei Dank - noch keinerlei Sherrynoten in sich trug oder bereits eine bräunliche Farbe angenommen hatte. Die Nase hatte verhaltene Noten nach Erdbeermarmelade. Zum Linsensalat, der nussig-fruchtig schmeckte, passt der Tavel noch gut. Wie gut hätte dazu wohl eine Flasche geschmeckt, die auf dem Höhepunkt gewesen wäre? Ich muss endlich wieder einmal nach Südfrankreich, das steht fest!

© Foto: Aromenspiele

Als Hauptgang wollte ich ursprünglich Wachteln in einer Orangen-Grappa-Sauce braten, aber ich konnte keine mehr beim Einkaufen finden. Also disponierte ich um und entschied mich für:

Schweinelendchen mit Orangensauce, karamellisierten Ingwer-Möhren und Wildreismischung
Zutaten:
4 Schweinemedaillons
Butter und Öl zum Anbraten
Salz, Pfeffer

Für die Sauce:
etwas fein geschnittenes Wurzelgemüse, das ich für den Linsensalat schon vorbereitet habe
1/2 kleine Zwiebel, ebenfalls fein gewürfelt
Orangensaft einer halben Orange
einen Schuss Orangenlikör

In einer Pfanne Butter und Öl erhitzen. Darin die Medaillons von beiden Seiten ca. 3 Minuten anbraten. Um eine schöne Sauce zu bekommen, habe ich nach dem Wenden der Medaillons das klein geschnittene Wurzelgemüse hinzugefügt und mit anbraten lassen. Um die Sauce gut hinzu bekommen, die Medaillons aus der Pfanne nehmen. Nun den Bratensatz mit einem Schuss Orangenlikör ablöschen, etwas Wasser hinzufügen und etwas einkochen lassen. Die Medaillons zurück in die Pfanne legen, diese aber vom Herd stellen.

Wildreismischung einfach nach Packungsanleitung zubereiten.

Die karamellisierten Ingwer-Möhren sind ebenfalls schnell gemacht.
Für 1 Person reicht eine Karotte, eine halbe Zwiebel, 1 walnussgroßes Stück Ingwer, fein gerieben, 
1 EL Zucker, etwas Gemüsebrühe

Butter im Topf schmelzen. Schalotten; Ingwer und Zucker darin leicht karamellisieren lassen. Möhren zugeben und bei mittlerer Hitze 1 Minute dünsten. Fond zugießen. Gemüse salzen, pfeffern und 8-10 Minuten garen.

© Foto: Aromenspiele

Der dazu geöffnete Wein:
obac 04, BiniGrau, Mallorca
Dieser Wein präsentierte sich einfach umwerfend schön! Gereifte Tannine, mundfüllend, vielschichtig. Keine Spur von Alter - ich würde sagen, der Wein ist auf dem Höhepunkt. Ein ganz großer Moment!

Obstsalat - dazu braucht man ja nun wirklich kein Rezept!

Bon appetit!

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