Freitag, 25. März 2016

WISSENSWERTES | Glückliche Hühner und gute Eier

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Augen auf beim Eierkauf
An Ostern werden die meisten Eier gegessen. Ein Grund mehr, noch einmal darauf hinzuweisen, dass man auch beim Eierkauf etwas für eine bessere Tierhaltung tun kann, auch, wenn Gott sei Dank die Legebatterien in Deutschland längst verboten sind. Dennoch stammt nicht jedes Ei von einem "glücklichen Huhn".

Worauf kann ich beim Eierkauf achten?
Auf jeden Fall auf die Nummer, die auf jedem Ei angegeben sein muss. Mittels diesem aufgedruckten Erzeugercode lässt sich in der EU anhand der führenden Ziffer die Haltungsform feststellen.

In Deutschland würde der Code auf dem Ei so aussehen:
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Die erste Ziffer steht für die Haltungsform:
0 = Freilandhaltung mit Futter aus ökologischem Anbau (Bio-Eier)
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung (ausgestalteter Käfig bzw. Kleingruppenhaltung in Legebatterien)

Nach der ersten Ziffer findet sich die Länderkennung, z.B. D für Deutschland, AT für Österreich oder NL für die Niederlande.
Danach folgen die Legebetriebsnummer sowie die jeweilige Stallnummer.

"Die Käfighaltung von Legehennen ist in der Schweiz seit 1992 und seit Januar 2009 in Deutschland verboten. Sie wird seither überwiegend durch Bodenhaltung, in Deutschland in Ausnahmefällen durch die sog. Kleingruppenhaltung ersetzt. Bei dieser sind nicht mehr nur vier bis fünf Hühner in einem Käfig, sondern bis zu 60 Tiere in einem größeren Abteil zusammen, wodurch etwas mehr Bewegung möglich wird." >>> Mehr Informationen zur Geflügelhaltung

Eigentlich sollten wir Verbraucher unsere Eier direkt vom Bauernhof kaufen, doch wer hat noch diese Gelegenheit? Ein schönes Beispiel hat 2012 das Herrmannsdorfer Landhuhn-Projekt ins Leben gerufen. Sie setzen auf eine alte Form der Hühnerhaltung. Man setzt auf Zweinutzungshühner und zieht Hühner und Hähne auf, um köstliche, gesunde Eier und leckeres, unverwechselbares Fleisch mit Charakter zu erzeugen.

"Gute Qualität kommt nicht von ungefähr. Unsere Hühner wohnen in kleinen Verbänden und sind mit ihren modernen, hellen Ställen immer „auf Achse“. So haben sie über die Vegetationsperiode hinweg ständig Zugang zu frischem Grün quasi direkt vor der Stalltür.
Das Motto „man ist was man (fr)isst“ gilt auch für unsere Hühner. Und diese leben nicht vom Gras allein. Aus Getreide von unseren Feldern, bayerischem Soja aus dem Herrmannsdorfer Netzwerk, Sonnenblumenkernpresskuchen und anderen Leckerbissen mischen wir ihnen ihr tägliches Futter – eine ausgewogene und an ihre Bedürfnisse angepasste Ration. Das sieht man und das schmeckt man!
Eine kontinuierliche Betreuung sowie regelmäßige Gesundheitschecks durch unseren Tierarzt runden die Hühnerhaltung ab." Quelle: Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten


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Woran erkennt man eigentlich "frische" Eier?
Bei rohen Eiern gibt es einen einfachen Test. Man füllt ein Glas mit Wasser und legt das Ei hinein. Geht es unter, ist es frisch. Schwimmt es jedoch oben, ist es bereits etwas älter. Die Zeitspanne vom Legen bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt 28 Tage. Danach sollten man die Eier nur noch zum Backen oder Kochen verwenden.

Am besten schmecken Eier 4 bis 6 Tage nach dem Legen. Die ersten 18 -20 Tage haben die Eier einen natürlichen Schutz und können deshalb in dieser Zeit auch ungekühlt gelagert werden. Während dieser Zeit verfügt das Ei über natürliche Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger und Keime.
Falls man Eier länger als 20 Tage nach Legedatum aufbewahren möchte, sollten man diese so kühl wie möglich lagern. Kühl gelagerte Eier sind im Kühlschrank 2 bis 4 Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar.
Hart gekochte Eier halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Wochen.
Die bunt gefärbten Eier aus dem Supermarkt sind ungekühlt sogar bis zu drei Monate genießbar. Der Grund: Ein Speziallack hält sie länger frisch.

Kann man Eier auch einfrieren?
Ja, kann man. Hierzu sollte man das Ei aufschlagen und in ein tiefkühlgeeignetes Gefäß füllen. Nun noch genügend Speiseöl darüber geben und einfrieren.

Die richtige Lagerung der Eier ist wichtig!
Eier nehmen leicht Fremdgerüche auf, was der gemeinsamen Lagerung mit frischen Trüffeln in einem geschlossenen Glas zum Vorteil verhilft, aber sonst eher unerwünscht ist. Daher sollte man die Eier bei einer möglichst konstanten Temperatur an einem geruchsfreien Ort aufbewahrt werden.
Wer seine Eier länger als die 28 Tage nach dem Legen aufbewahren möchte, sollte sie von Anfang an in den Kühlschrank geben.

Sind braune oder weiße Eier die gesünderen?
Fakt ist, es gibt keinen Qualitätsunterschied zwischen braunen und weißen Eiern, was die Inhaltsstoffe betrifft. Die Schalenfarbe hängt einzig und allein von der Hühnerrasse ab. Und wer genau hinsieht, kann an den Ohrscheiben der Hennen erkennen, welches Ei gelegt werden wird.
Helle Ohrscheiben deuten auf weiße Eier hin, Hennen mit roten oder dunklen legen braune Eier.

Wieso sind die Dotter unterschiedlich gefärbt?
Das Gelbe vom Ei kann unterschiedlich intensiv gefärbt sein. Die Farbe des Eigelbs stammt vom jeweiligen Futter ab. Die Farbe kann durch spezielle Futterzugaben zwischen fahlgelb und tieforange variiert werden. Dabei gibt es bei den Konsumenten regional unterschiedliche Vorlieben. Im hohen Norden werden eher zartgelbe Eidotter bevorzugt, nach Richtung Süden wird der Verbraucherwunsch nach goldgelben Dottern immer stärker. Im Mittelmeerraum werden eher Eier mit leuchtend orange-rotem Eigelb gekauft. Die Dotterfarbe bei Bio-Eiern ist heller als bei konventionell erzeugten Eiern, da der Zusatz von Farbstoffen zum Legehennenfutter im Biolandbau prinzipiell verboten ist.

Silberlöffel und Eier vertragen sich nicht
Silberlöffel werden schwarz, wenn man Eier damit isst. Das wussten schon unsere Großmütter. Wieso das so ist? Im Ei sind natürliche Schwefelverbindungen, die mit Silber zu Silbersulfit reagieren - und das lässt sich an der Schwarzfärbung erkennen. Der Geschmack des Eies verändert sich dabei übrigens auch.

Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel?
>>> Artikel auf der Seite Herzstiftung
>>> Artikel des NDR